Filme zum Thema Finanzkrise und Geldsystem

Im folgenden einige Filme zum Thema, die z.B. bei Youtube verfügbar sind, die ich für extrem sehenswert halte.

Hierzu vorab noch kurz:
Die Filme kommen zum Teil von Einzelpersonen oder Organisationen mit einer Weltsicht, wie man sie in den üblichen Medien nicht findet. Sie schreiben unserer Gesellschaft Begriffe und Eigenschaften zu, die für den normalen Zeitungsleser sperrig sind oder die ideologisch vorbelegt sind. Man muss nicht allen Inhalten der Filme zustimmen. Dennoch sind die Filme gewissermaßen einzigartig, da sie eine andere Sicht auf unsere Gesellschaft anbieten.

Die Filme kann man zum Teil kaufen, meist sind sie aber auch online (bei Youtube) verfügbar. Bei Youtube auf korrekte Filmlänge achten, es gibt bei den Suchergebnissen oft auch nur Auszüge von ein paar Minuten Länge.

Money as Debt, Paul Grignon, 2002

Dieser Film von Paul Grignon ist 47 Minuten lang. Inhalte sind: Entstehung von Geld, Verhältnis von Geld und Schulden. Alternativen zu unserem schuldenbasierten Finanzsystem. Der Film stellt alle Sachverhalte sehr einfach und fokussiert dar. Die Darstellung ist lebendig und unterhaltend. Der Film ist eine Art Zeichentrickfilm.

Verfügbarkeit: Bei Youtube in voller Länge verfügbar mit deutschen Untertiteln. Suche nach „money as debt deutsch“. Achtung, es gibt neben der kompletten Fassung auch viele kleine Auszüge von nur ein paar Minuten Länge. der komplette Film ist 47 Minuten lang.
Weitere Infos: Neben diesem „Erstlingsfilm“ hat Paul Grignon zwei Weitere Filme gedreht: „Money as Debt II“ und „Money as Debt III“. Diese beiden Filme habe ich bisher nicht gesehen und kann darüber nichts berichten.
Website von Paul Grignon: http://www.moneyasdebt.net/

Let’s make money, 2008

Dieser Film (Dauer: 108 Minuten) von Erwin Wagenhofer blickt aus der Sicht von Gewinnern und Verlierern auf das globalisierte Finanzwesen. Die Aspekte der rücksichtslosen Zerstörung der Umwelt in der dritten Welt als Preis dafür, dass multinationale Konzerne in diesen Ländern fertigen, die seltsame Mischung von Städten wie Singapur, in dem sehr viele reiche Menschen -kaum einer aus Asien, sondern alles Verwalter der Globalisierung aus den reichen Ländern der Nordhalbkugel- , das selbstverständliche Berauben armer Länder um ihre Rohstoffe auf ganz legaler Basis. All dies wird kommentiert von globalen Investoren, die kaum noch wissen wohin mit ihrem Geld. Und es wird kommentiert aus der Sicht der Menschen in den Ländern, die dies alles erleiden dürfen und hilflos zusehen müssen.

Verfügbarkeit: Ein kommerzieller Film, auf DVD erhältlich. Auf http://topdocumentaryfilms.com (Suchen nach: lets make money) ist der Film online zu sehen, allerdings ohne Untertitel. Der Film ist zum großen Teil in Englisch und Deutsch, teilweise aber auch französisch und spanisch. Von daher sind Untertitel schon  wichtig. Aber auch ohne Untertitel beeindruckend.
Website: http://www.letsmakemoney.at/

Zeitgeist Filmreihe 2007-2011

Die internationale Zeitgeist-Bewegung, gestartet vom Amerikaner Peter Roth, hat mehrere (bis 2012: drei)  Filme herausgebracht. Diese Filme bestehen zu einem großen Teil aus einer hervorragenden Zusammenstellung und Analyse der Probleme des kapitalistischen Wirtschaftssystems und ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft. Zu allen Filmen existiert jeweils eine Art Begleitbuch mit Hintergrundmaterial.

Verfügbarkeit: Alle Filme (und die Begleitbücher) sind auf der Website der Zeitgeist-Bewegung herunterladbar (z.B. als DVD Image) oder direkt online anschaubar. Die Filme gibt es mit Untertiteln in vielen Sprachen.
Website mit herunterladbaren Filmen:  http://zeitgeistmovie.com/
Die Filme sind auch bei Youtube verfügbar. (Auf korrekte Filmlänge achten, bei Youtube gibt es auch viele Teilstücke der Filme.)

Zeitgeist: Moving Forward, 2011

Dieser Film ist 161 Minuten lang. Der Film analysiert im ersten Teil verschiedene gesellschaftliche Themen. Dieser Teil ist eine der spannendsten und besten Analysen, die ich gesehen habe. Der zweite Teil des Films entwickelt eine  alternative Idee zu den vorhandenen Gesellschaftssystemen.  Dabei wird das Thema Nachhaltigkeit stark betont. Für mich ist der Vorschlag aber nur skizzenhaft und in den Teilen, in denen Technik uns aus unseren Problemen helfen sollen, noch nicht so richtig fertig gedacht. Der extrem gute erste Teil des Films mit der Analyse macht ihn dennoch zu einer Art Muss-Veranstaltung.

Zeitgeist: Addendum, 2008

Dieser Film, 124 Minuten lang, ergänzt den ersten Film um weitere Themen: Geldwirtschaft, Schulden. Er skizziert auch eine Alternative („ressourcenorientiertes System“) zum aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. In dieser Skizze nimmt er so schon Teile des dritten Films vorweg.

Zeitgeist: The Movie, 2007

Dieser Film, 116 Minuten lang,  untersucht mehrere wesentliche Gesellschaftsthemen: Religionen, Terrorismus, Verknüpfung von Regierung und Finanzwelt. Im Gegensatz zu den neueren Filmen betrachtet dieser Film die Themen durch eine „amerikanische Brille“, er ist spürbar für eine amerikanische Zuschauerschaft gemacht. Dennoch absolut sehenswert.

Bernd Senf

Prof. Bernd Senf (http://www.berndsenf.de), ein emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften, hat zu zahlreichen Themen Videos online gestellt. Es lohnt sich, bei Youtube zu stöbern. Eine ganze Vortragsreihe „Geld regiert die Welt“ in sieben Teilen ist beispielsweise verfügbar. Bernd Senf hält diese Vorträge meist in universitären oder schulischen Vortragsräumen, als technisches Hilfsmittel kommt höchstens die Tafel oder ein paar Bögen Papier zum Einsatz.
Die Vorträge sind sehr lebendig, Bernd Senf ist ein toller Redner, aber die Vorträge sind auch oft sehr lange, drei Stunden sind keine Seltenheit. Für den Internet-Seher empfiehlt es sich daher, die Vorträge in Etappen zu schauen.

Verfügbarkeit: Da es von Bernd Senf so viele Videos gibt, kann ich hier keine sinnvolle Zusammenstellung geben. Am besten direkt bei http://www.berndsenf.de oder bei Youtube (Suchtext: „Bernd Senf“) stöbern. Als Einstieg ist vielleicht geeignet „Video (1/7): Die Blindheit der Ökonomie gegenüber dem Geld“ bei Youtube aus der Reihe „Geld regiert die Welt“.
Website: http://www.berndsenf.de

Debtocracy, 2011

Inhalt: Der Film, 75 Minuten Länge, wurde in Griechenland von Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou gedreht, der Blickwinkel ist daher auch deutlich der aus der Krise in Griechenland. Er untersucht das Thema „Schulden von Staaten“, deren Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft. Der Film stellt fest, dass Staatsschulden mit Vermögenswerten der Allgemeinheit bezahlt werden und somit eine Enteignung sowie Entmachtung der Vielen durch die Gläubiger (nur eine kleine Gruppe der Gesellschaft) stattfindet. In vielen Fällen sei aber die Allgemeinheit von den Regierenden nicht ausreichend oder schon auch mal bewusst falsch informiert worden. Für Schulden, die aus dem „Betrug“ einzelner Politiker entstanden sind, solle daher die Allgemeinheit nicht jahrzehntelang aufkommen müssen.
Diese Schulden werden allgemein als „odious debt“ bezeichnet (am ehesten durch „illegitime Schulden“ übersetzbar). Auf internationaler Ebene ist es mangels vorhandener Regeln eine Frage der Bestimmtheit einer Nation, ob sie Schulden als illegitim behandeln kann oder nicht. Beispiele für illegitime Schulden sind die der USA bei den europäischen Banken zur Zeit der Unbhängigkeitserklärung, oder neueren Datums, die Schulden vom Irak bei Gläubigerländern. In beiden Fällen haben die USA es erreicht, dass diese Schulden nicht zurückgezahlt werden müssen.Kleinere Staaten können im allgemeinen Ihre Schulden nicht als „illegitim“ durchsetzen.
Die Filmautoren sehen Griechenland -und eventuell weitere europäische Staaten- in derselben Situation.

Der Film hat zusammenfassend nicht die Breite und Analysetiefe der anderen Filme. Er besitzt dafür Emotionalität und ist direkt und aktuell am Thema dran.

Verfügbarkeit: Unter Creative-Commons-Lizenz, im Internet herunterladbar, z.B. hier: http://www.dailymotion.com, dort suchen nach „debtocracy international version“, oder hier: http://topdocumentaryfilms.com/debtocracy/.
Website: http://www.debtocracy.gr/

Eigene Tracks auf DigiTech JamMan einspielen

Seit einiger Zeit verwende ich einen Stereo JamMan von DigiTech. Ich bin reiner Linux-Nutzer und beim Kauf einfach davon ausgegangen, dass das Aufspielen eigener Songs genauso einfach ist wie bei anderen Loop Stations. Leider ist das nicht so. Offensichtlich ist vom Hersteller nur vorgesehen, dass man via hersteller-eigener Anwendung Dateien übertragen soll. Ein einfaches Aufkopieren von Tracks geht nicht. Soweit mein Internet Recherche-Ergebnis. Leider etwas deprimierend…

Ein Blick auf den per USB verbundenen JamMan zeigt, dass die Loop Station nicht als USB Mass Storage erkannt wird. Linux hält den JamMan für ein Modem. Mit dmesg sieht man daher Zeilen wie diese:

[ 3639.188627] usb 1-4: new high-speed USB device number 2 using xhci_hcd
[ 3639.373498] usb 1-4: New USB device found, idVendor=1210, idProduct=0020
[ 3639.373503] usb 1-4: New USB device strings: Mfr=0, Product=1, SerialNumber=0
[ 3639.373504] usb 1-4: Product: JamMan
[ 3639.395838] cdc_acm 1-4:1.0: ttyACM0: USB ACM device
[ 3639.397761] usbcore: registered new interface driver cdc_acm
[ 3639.397763] cdc_acm: USB Abstract Control Model driver for USB modems and ISDN adapters

Damit kann man erstmal nichts anfangen. Braucht man aber auch nicht, denn der JamMan kann ja SD-Karten lesen. Wenn eine SD-Karte im JamMan mit einem Loop beschrieben wurde, sieht die SD-Karte so aus:

/JamManStereo/
   Patch01/
      patch.xml
      PhaseA/
         phrase.xml
         phrase.wav
   Patch02/...
   Patch03/...
   ...

Die Songs werden wie bei anderen Loop-Stations ähnlich- in einzelnen Verzeichnissen untergebracht sind. Pro Track („Patch“) ein Verzeichnis, darin kann es scheinbar mehrere „Phrasen“ geben, diese auch wieder in einzelnen Unterverzeichnissen.  Pro Patch und pro Phrase gibt es eine Metadaten-Datei.

Beispiel patch.xml:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<JamManPatch xmlns="http://schemas.digitech.com/JamMan/Patch" device="JamManStereo" version="1">
<PatchName></PatchName>
<RhythmType>StudioKickAndHighHat</RhythmType>
<StopMode>StopInstantly</StopMode>
<SettingsVersion>1</SettingsVersion>
<ID>83170076-1dd2-11b2-991f-e3e18b83ce14</ID>
<Metadata/>
</JamManPatch>

Beispiel phrase.xml:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<JamManPhrase xmlns="http://schemas.digitech.com/JamMan/Phrase" version="1">
<BeatsPerMinute>99.4736862183</BeatsPerMinute>
<BeatsPerMeasure>4</BeatsPerMeasure>
<BpmValidated>0</BpmValidated>
<IsLoop>1</IsLoop>
<IsReversed>0</IsReversed>
<SettingsVersion>1</SettingsVersion>
<AudioVersion>1</AudioVersion>
<ID>831cf3d2-1dd2-11b2-991f-2b038b0d60b5</ID>
<Metadata/>
</JamManPhrase>

Das einfache Tauschen einer im ‚Patch01/Phase01 ‚ dort vorhandenen WAV-Datei führte erstmal nicht zum Erfolg. Erst als ich eine Datei mittels Audacity konvertierte nach 16 Bit Uncompressed und auch die Metadaten aus der Date entfernte (Artist, Titel, …) wurde die Datei nach dem Wiedereinsetzen der SD-Karte als „Patch“ vom JamMan erkannt. Die JamMan-Metadateien (patch.xml, phrase.xml) habe ich unverändert gelassen.

Eigene Patches einspielen

Erstelle Platz für einen neuen Patch: kopiere einen vorhandenen, funktionierenden Patch, z.B. Patch01  als komplettes Verzeichnis in einen neuen Namen, z.B. nach Patch02.
Erstelle aus der Datei, die als patch fungieren soll, mittels Audacity eine Datei mit folgenden Eigenschaften:
  • 16 Bit Uncompressed
  • Entferne die Metadaten aus der Datei (Artist, Titel, …

Lege die entstandene neue Datei ab in Patch02/PhraseA/phrase.wav.

Wenn die SD-Karte nun in den LamMan eigesetzt wird, sollte die Datei als Loop erkannt werden.

Fazit: Das Lesen sehr langer Patches (~100MB als Beispiel) dauert leider ziemlich lange. Aber immerhin kann man so endlich seine eigenen Musikschnipsel in den JamMan einspielen.