Umbau des Labornetzgeräts PS-302 auf Digitalanzeigen

Das Labornetzgerät PS-302 war jahrelang bei Conrad im Angebot. Es bietet 0-30V bei 0-2A. Das Gerät ist kurzschlußfest und äußerst robust gebaut. Das Netzteil ist ein Längsregler mit dickem Trafo und damit geringer Restwelligkeit (kein Schaltnetzteil). Leider hat es nur ein analoges Anzeigeinstrument. Dieses zeigt entweder Spannung oder Strom ab, man kann nie beides gleichzeitig sehen. LCD Panelmeter sind für unter 10 Euro im Handel erhältlich. Ich habe daher meine beiden Labornetzteile auf Digitalanzeige umgebaut. Jedes Gerät bekam eine Anzeige für Strom und eine für Spannung.

Die digitalen Panelmeter benötigen normalerweise eine eigene, galvanisch getrennte Versorgungsspannung, bei mir 9V. Daher habe ich noch ein Mini-Netzteil mit 2x9V gebaut und die Panelmeter werden damit betrieben.


Eines der beiden Geräte nach Öffnung und Entfernung des analogen Instruments. Die Blende kann mit sanfter Gewalt entfernt werden, sie ist angeklebt. Der mittig angebrachte Schalter schaltet das Anzeigeinstrument zwischen Strom und Spoannung um und wird überflüssig.

 


Das übrigbleibende analoge Panelmeter

Ich habe zwei Geräte, die äußerlich sehr ähnlich sind, innen aber ziemlich unterschiedlich. Trotzdem konnte ich beide Geräte weitgehend identisch bearbeiten.


Das Gerät (das ältere Baujahr) von innen. Das neuere Gerät hat hinter dem Anzeigeinstrument noch eine weitere Platine und einen noch dickeren Trafo.

Aussägen eine Ausschnitts, in den beide digitale Panelmeter hineinpassen. Schutz des Geräts vor Sägespänen durch einwickeln in Zeitungspapier o.ä. Der Ausschnitt kann auch mit einem Knabber gemacht und dann sauber nachgefeilt werden (habe ich so gemacht).

Der fertige Ausschnitt.

Das kleine zusätzliche Netzteil kann an dem Befestigungswinkel, an dem das analoge Panelmeter befestigt war, angebracht werden. Diesen dazu passend abwinkeln.

So hängt das Mini-Netzgerät (ich halte den Trafo zwischen meinen Fingern!) am Befestigungswinkel.

Befestigter Winkel

Und hier das Netzteil am Befestigungswinkel.

Die Panelmeter brauchen ca. 60mA Strom bei 9V (sie haben Hintergrundbeleuchtung). Als Trafo ist ein Typ 2x9V bei 100mA vollkommen ausreichend. Die Regelung der 9V kann z.B. durch einen 78L09 oder einen TA78L009 erfolgen.

Meine Panelmeter sind 3,5-stellig, haben Hintergrundanzeige und können 200,0 mV darstellen. Nachmessen an den alten Anzeigeinstrumenten ergab, dass dort a) 100mV-Instrumente mit 250Ohm Innenwiderstand 200mV-Instrumente mit 450Ohm Innenwiderstand im Einsatz waren. Die passende Anzeige an den neuen Instrumenten erhält man durch Spannungsteiler. Da man das genau einstellen muss, sind Timmer zu verwenden.


Schaltbild a) Netzteil für die Panelmeter und b) Anschluß der Panelmeter.

Der Spannungsregler TA78L009, der 9V bei 150mA bereitstellen kann. Es kann genauso gut der besser erhältliche 78L09 verwendet werden, der 100mA bereitstellt.


Erster Funktionstest, mit losen Anzeigeinstrumenten. Angezeigt werden 5,0 Volt. Das Strommessgerät ist noch nicht in Betrieb.

Erster Test mit Spannung (4,7V) und Strom (1,01Ampere).

Und so sieht’s von innen aus. Sichtbar das kleine Zusatznetzteil (auf dem Kopf stehend montiert)

Die Panelmeter von ihrer Rückseite

Die Panelmeter werden mit einer Heißklebepistole genau fixiert

Danach werden die Panelmeter mittels der Trimmer so eingestellt, dass sie korrekte Spannungs- und Stromwerte anzeigen.


Und so sieht’s fertig aus.

Für etwa 2×8 Euro und etwa 2 Stunden Arbeit erhält man wesentlich aufgewertete Geräte.

Sieg X1 Fräse (Sieg Micro Mill X1) Umbau auf Riemenantrieb

Die Sieg X1 ist eine schöne kleine, aber doch stabile Fräse. Leider ist der Antriebsteil durch die Verwendung von Plastikzahnrädern ziemlich anfällig. Wenn der Fräser blockiert, und das kommt bei dem schwachen Motor schon mal vor, reißen die Zähne von den Zahnrädern ab. Der Motorcontroller stoppt in solchen Fällen zwar den Motor, aber für die Zahnräder ist es oft zu spät… Auf die Dauer gehen die Ersatzzahnräder doch ins Geld…


So sehen Zahnräder aus, wenn der Motor blockiert….

Es gibt aber einen Umbausatz für Riemenantrieb. Der Original-Motor kann weiter verwendet werden. Die Riemenscheiben erlauben 2×3 unterschiedliche Übersetzungen. Der Umbausatz ist (11/2016) bei http://www.mbbilici.com/ (Türkei) erhältlich. Da die Türkei (noch) in einer Zollunion mit der EU ist, fällt bei einem Kauf aus der EU kein Zoll an. Im Herbst 2016 kostet der Umbausatz ungefähr 140 Euro.


Bauteile des Umbausatzes

Im folgenden wahllos einige Bilder aufgenommen während des Umbaus auf Riemenantrieb…


Der alte Aufsatz mit den Zahnrädern schon entfernt…

Der neue Aufsatz teilmontiert…

 


Hier mit Riemenscheibe…

 


Lösen des Ritzels am Motor … natürlich auch aus Plastik …

 


Nach dem Umbau

 

 


Typenbezeichnung des Riemens, falls ich den mal nachkaufen muss…

Gehäuse für den Motorcontroller

Nach dem Umbau auf Riemenantrieb liegt leider der Motorcontroller lose herum. ich habe daher ein Aluminiumgehäuse als neue Behausung des Controllers verwendet.


Gehäuse noch ohne Inhalt…

 

 


Hier der Test ob alle Kabel passen

 


Ausfräsen der Öffnung für die Frontplatte

 


Ein paar größere Löcher für die Kabeldurchführungen…

 


… passt …

 

 


Hier mit eingesetztem Controller

 

 


Endstadium, alles ist wieder verkabelt.

 

 


Ansicht von hinten

 


… von unten …

 


Gesamtansicht, öh leider quer

 

 

Ein paar Bemaßungen die ich verwendet haben. Das Alu-Gehäuse gibts bei Reichelt.

Erfahrungen mit dem Umbausatz

Der Motor läuft wesentlich leiser/ruhiger und durch die Untersetzungen ist er auch deutlich kraftvoller. Während der Motor mit Zahnrädern schon im Normalbetrieb immer mal stehen blieb, ist mir dass mit dem Riemenantrieb überhaupt nicht mehr passiert (habe ~2 Jahre Erfahrung mit dem Riemenantrieb). Der Riemenantrieb ist eine wesentliche Verbesserung für die Sieg MicroMill X1.