VirtualBox unter OpenSuse 11.x

Dies ist ein historischer Artikel von 2010.

Von VMWare zu VirtualBox…

VMWare läuft gut unter Linux. Es ist schnell und bindet sich gut in die vorhandene Hardware ein. Ich konnte sogar auf die vorhandenen seriellen Schnittstellen zugreifen.

Nachteil von VMWare war aber immer, das die VMWare Server Version, die bei VMWare herunterzuladen ist, meist nicht zum vorhandenen OpenSuse Kernel passt. Der Kernel ist meist „zu neu“ für VMWare. Dies hat den Effekt, dass VMWare bei der Installation, die manuell erfolgen muss, Kernel Module neu compilieren muss. Die kann man mal machen, ist eigentlich nicht so schlimm.

Leider muss diese Prozedur immer wiederholt werden, wenn beim einem Systemupdate eine neue Kernelversion mitkommt. Dies führt dazu, dass ich alle paar Wochen die manuelle Installationsprozedur von VMWare Server starten musste. Am Ende muss dann auch immer noch der (kostenlose) Lizenzkey eingegeben werden, alles in allem eine nervige und aufwendige Prozedur.

In den letzten drei Jahren kam es leider auch mehrfach vor, dass VMWare eine Zeitlang gar nicht installierbar war, weil es bei der Nachcompilierung zu Fehlern kommt und die Kernelmodule nicht erstellt werden können. Es gibt dazu die inoffiziellen(?) „any-to-any“-Patches, die VM-Ware für neuere Kernel-Versionen fit machen. Das Beschaffen der Patches und das Checken, ob sie für Kernel+VMWare Version ordentlich passen, ist dann immer eine Bastelarbeit.

Installation

Im Frühjahr 2010 trat die Situation wieder auf, ich konnte die neueste VMware Version nicht auf meinem OpenSuse 11.2 installieren.

Diesmal habe ich VirtualBox eine Chance gegeben.

Vor einiger Zeit hatte ich das schon mal probiert, aber damals musste man die Netzwerk-Konfiguration des Host-Rechners verändern, um unter dem Gast Networking verwenden zu können, was ich damals nicht tun wollte.

Dies ist in der aktuellen Version 3.2.6 vom VirtualBox nicht nötig. Unter OpenSuse kann einfach via YasT nachinstalliert werden. Nach der Installation hat man eine Verwaltungsfenster, in dem die Virtuellen Maschinen sichtbar sind und von dort aus gestartet, gestoppt und verändert werden können.

Import vorhandener VMware VMs

Vorhandene VMWare-VMs können tatsächlich importiert werden. Das Import-Format ist OVF, soweit ich verstanden habe eine Art Standard, um eine VM strukturiert zu verpacken. Es gibt von VMWare einen Skript, OVFTOOL, den man sich bei vmware herunterladen kann. Nach Start des heruntergeladenen sh-Skripts entpackt sich das Tool und installiert sich in ein wählbares Verzeichnis. Eine vorhandene VMWare-VM kann dann mittels ovftool /dir-der-vorhandenen-vmware zieldatei in das Standardformat konvertiert werden.

VirtualBox bietet einen Punkt „Importieren“ an, der das Importieren der VM im Standardformat erlaubt. Ich habe dies für eine VM gemacht und es hat gut funktioniert.

Nutzung

Das Handling ist genauso bequem wie mit VMWare Server. In untigem Bild wird gerade OpenSuse 11.3 64 Bit installiert.

Gast Erweiterungen

<noch offen>

Stabilität

Mit meinen beiden ersten VMs (Windows XP Professional) habe ich keine Abstürze oder anderen unangenehmen Effekte gehabt. Das ganze wirkt sehr stabil.

Konvertierung von VirtualBox VMs nach VMware VDMK

Warum braucht man das? Ich arbeite zuhause mit virtualbox, muß aber bei meinem Arbeitgeber VMware nutzen. Daher brauche ich auch den Weg von Virtualbox VM (im .vdi-Format) zum .vmdk-Format oder irgenbdwas anderem, was VMware versteht.
Laut Internet Foren soll das mittel VBoxManage. Beispiellink:
http://communities.vmware.com/thread/197423

VBoxManage clonehd          <uuid>|<filename> <outputfile>
[–format VDI|VMDK|VHD|RAW|<other>]
[–variant Standard,Fixed,Split2G,Stream,ESX]
[–type normal|writethrough|immutable]
[–remember] [–existing]

Evtl. auch
VBoxManage export           <machines> –output|-o <ovf>
[–legacy09]
[–vsys <number of virtual system>]
[–product <product name>]
[–producturl <product url>]
[–vendor <vendor name>]
[–vendorurl <vendor url>]
[–version <version info>]
[–eula <license text>]
[–eulafile <filename>]

<noch auszuprobieren>

Fazit

VirtualBox ist mittlerweile ausgereift und kann ganz simpel installiert werden. Es sind keine Nacharbeiten nötig. Es ist besser in das Linux-Restsystem integriert als VMWare Server, insbesondere treten beim Wechsel des Kernels nicht die VMware-üblichen Probleme auf. Ich habe nach einiger Zeit die Reste von VMware aus meinen Linux-Installationen entfernt.

VMWare Server 2.0 unter OpenSuse 11.0

Hinweis: Dies ist ein historischer Artikel. Mittlerweile empfehle ich eher die Nutzung von VirtualBox. Siehe Beitrag VirtualBox

Seit einiger Zeit arbeitet VMWare an der 2.0-Version des VMWare Servers. Diese bietet eine verbesserte Nutzung der Ressourcen des Hosts durch den Gast und kommt mit einer neuen Administrationsoberfläche, die nun webbasiert ist.

Da in meiner Konfiguration (OpenSuse 11.0 mit KDE4 auf Quad Core CPU) der Betrieb von VMWare sehr instabil war, habe ich die 2.0 Beta Version ausprobiert. Die Instabilität kommt übrigens von der Nutzung von KDE4. Auf dem Rechner ist parallel auch KDE 3.5 installiert, damit gibt es keine Probleme. Da ich aber auf KDE4 umgestiegen bin, ist das für mich keine Lösung.

Installation des VMWare Servers 2.0 Beta RC2

Man kann sich bei vmware ein RPM (oder auch ein tar.gz)-File herunterladen. Dieses lässt sich mittels    rpm -ivh VMware-server-2.0.0-110949.x86_64.rpm installieren. Vorher ein evtl. vorhandenes altes Paket deinstallieren (rpm -e VMware-server-1.0.6-91891 o.ä.). Nach Installation muss VMWare Server konfiguriert werden, dies geschieht mittels des üblichen Perl-Skripts von VMWare:
/usr/bin/vmware-config.pl

Wie immer passt keines der vorhandenen Kernel-Module, so dass VMWare mehrere Module compiliert. Es gibt auch Warnungen:
WARNING: „VMCIDatagram_CreateHnd“ [/tmp/vmware-config0/vsock-only/vsock.ko] undefined!
WARNING: „VMCIDatagram_DestroyHnd“ [/tmp/vmware-config0/vsock-only/vsock.ko] undefined! WARNING: „VMCI_GetContextID“ [/tmp/vmware-config0/vsock-only/vsock.ko] undefined!
WARNING: „VMCIDatagram_Send“ [/tmp/vmware-config0/vsock-only/vsock.ko] undefined!

Ansonsten bleibe ich überall bei den Defaults, nutze nur Bridged Networking und erhalte einen lauffähigen Server, der sich sofort startet.

Nutzung

Die Fat-Client-Anwendung VMWare Server Konsole ist durch eine webbasierte GUI ersetzt. Der zugehörige Webserver läuft unter den Ports 8222 (http), 8333 (https) und 902 (für remote Connections, vermutlich mit dem alten Fat Client?, habs nicht probiert).

Nach dem Aufruf der URL erhält man folgende GUI. Die Optik ist der der alten Konsole durchaus ähnlich:

Die webbasierte Administationsoberfläche von VMWare Server 2.0. (Nein, ich habe keinen Rechner mit 6,4GHz. Eventuell
werden die gerade aktuellen GHz-Werte des Quad-Cores aufaddiert oder die Zahl ist einfach falsch)

Unter dem Reiter „Console“ kann auf die VM zugegriffen werden. Die Webanwendung möchte dazu ein Plugin im Firefox installieren, was ich gemacht habe. Direkt danach kann man auf die VMs zugreifen. Das Handling ist gefühlt deutlich besser.

Hier habe ich zwei VMs gestartet, meine Windows XP-Installation und eine gerade laufende OpenSuse-Server-Installation.
Wie man am ksensors-Fenster erkennen kann, brauchen 2 Gäste und der Host zusammen nur 1097MB Speicher.

Erstes Fazit

Der RC2 vom VMWare Server 2.0 Beta läuft bei mir problemlos. Es gab keinerlei Abstürze, Einfrieren von VMs etc. Diese hatte ich unter KDE4.0 mit VMWare Server 1.0.6 am laufenden Band.

Anschluss eines WLAN-Routers an ein existierendes kleines kabelgebundenes LAN

Im folgenden wird beschrieben, wie an ein existierendes kabelgebundenes LAN mit Verbindung via Router ins Internet ein WLAN-Router angeschlossen wird.

Prinzipiell kann man den vorhandenen Router einfach durch den WLAN-Router ersetzen. Dies wollte ich aber nicht, denn ich möchte das WLAN nur eingeschaltet haben, wenn ich es auch benutzen will. Mein WLAN-Router erlaubt zwar, per Web Administration das WLAN-Teil des Routers abzuschalten, dies ist aber aufwendig. Daher wollte ich den WLAN-Router einfach per Ein/Aus-Schalter abschalten können. Dann kann er aber nicht den vorhandenen Kabelrouter (den ich nie abschalte) ersetzen. Somit muss man zwei Router in einem LAN unterbringen. Dies erfordert eine spezielle Router-Konfiguration.

Im folgenden ist die Ausgangssituation beschrieben (rein kabelgebundenes LAN) und die Erweiterung des LANs um den WLAN-Router.

Ausgangssituation

Der kabelgebundene DSL Router hat nur einen LAN-Ausgang. Dieser ist mit einem Switch verbunden. Am Switch hängen PC, Drucker und evtl. ein Notebook.

Der DSL Router ist ein Fritz!Box SL von AVM, der Switch ein Longshine 100/10 Mbit 8-fach Switch mit Auto-MDI (LCS 883R SW 800M+). Auto-MDI bedeutet, dass man in jedes Port beliebig normale und Crossover-LAN Kabel stecken kann. Der Drucker ist ein netzwerkfähiger HP Laserjet 2100 mit 10 Mbit LAN-Karte. PC und Notebook haben jeweils 100MBit LAN-Karten.

Das vom Router gebildete LAN hat die IP-Adresse 192.168.178.*. Der Router selbst ist in seinem LAN unter 192.168.178.1 sichtbar. DHCP ist eingeschaltet. Der Drucker ist auf fixe IP-Adresse gestellt, so dass er im Netz unter einer festen Adresse gefunden werden kann.

Netz mit integriertem WLAN-Router

Das oben beschriebene Netz wurde erweitert um den WLAN Router. Die Konfiguration des vorhandenen Netzes und des DSL Routers muss dazu nicht verändert werden.

Der WLAN Router wird mit seinem LAN-Anschluss (!) an den Switch angeschlossen. Der DSL-seitige Anschluss (“WAN-Anschluss”) dieses Routers wird nicht benutzt. Der WLAN wird nun auf feste IP-Adresse konfiguriert und eine solche eingegeben. Diese muss aus dem vom kabelgebundenen DSL Router aufgebauten Netz kommen, z.B. 192.168.178.2. Der DHCP Server auf den WLAN-Router muss abgeschaltet werden, es kann nur einen DHCP-Server in einem LAN geben. Das WLAN wird nach “üblichem” Vorgehen konfiguriert. Am Beispiel sind also folgende Werte einzugeben:

  • WLAN Router LAN Adresse: 192.168.178.2
  • WLAN Router LAN IP Mask: die Maske des DSL Routers nehmen
  • WLAN DHCP Server : aus

Danach am besten alle Geräte abschalten und wieder einschalten, so dass aktuelle IP-Adressen vergeben werden können. Wenn Probleme auftauchen, kann man das Problem eingrenzen. Dazu versuchen, ob man vom Notebook an den WLAN-Router kommt (mittels ping oder Aufruf des Admin Web Servers des WLAN Routers). Wenn das schon nicht geht, ist das WLAN falsch konfiguriert. Danach den DSL Router anpingen oder dessen Admin Web Server aufrufen. Wenn das nicht geht, muss die LAN-Einstellung des WLAN-Routers verkehrt sein.

Danach eine Internet Adresse anpingen. Wenn dies nicht geht, muss ein Problem im DSL Router vorliegen. Dieser sollte so eingestellt sein, dass er automatisch eine Internet-Verbindung aufbaut.

Security-Einstellung des WLANs

Falls man sich aussuchen kann, was die WLAN-Geräte leisten (z.B. Beim Neukauf), sollte man folgendes wählen. Kurz gesagt sollte man ein Gerät mit dem besten im Homebereich bezahlbaren Security-Protokoll kaufen, das am Markt angeboten wird. Standards sind WPA2, WPA und WEP.

WLAN Router sollte WPA2 können, mindestens aber WPA. Das veraltete WEP ist relativ einfach zu knacken. WPA/WPA2 ist relativ schwer zu knacken. Die Geschwindigkeit sollte nicht unter 54 Mbit/s betragen (Es gibt auch 11MBit, 108MBit und 152MBit-Geräte).

Die WLAN-Karte fürs Notebook sollte zum Router passen, also auch WPA2, mindestens aber WPA beherrschen etc.

Zu WPA/WPA2 ist zu sagen, dass nur Windows XP dieses Verfahren out-of-the-box beherrscht. Andere Windows Versionen können mit einem freien Tool (Windows Security Guard) WPA/WPA2 fähig gemacht werden. Achtung, das Tool selbst kostet Geld, darin sind aber Treiber enthalten, die kostenlos genutzt werden können.

Bei der Konfiguration des WLAN-Routers empfiehlt sich bei WPA oder WPA2 einen möglichst langen Schlüssel zu verwenden. Dieser sollte am besten aus zufällig gewählten ASCII-Zeichen bestehen und auch Sonderzeichen enthalten. Der Schlüssel ist sowohl auf dem Router als auch auf dem Notebook (Konfiguration WLAN Karte) einzugeben.

Außerdem kann man den WLAN Router so konfigurieren, dass er nur festgelegten Geräten eine Einwahl erlaubt. Dies wird über die MAC-Adresse festgelegt. Da ich nur ein WLAN-Gerät habe, habe ich auch nur genau dies in der Konfiguration des WLAN-Routers angegeben. Es kann sich auf diese Art kein weiteres Gerät ins Netz einwählen.

Preise: Einen WPA2-fähigen WLAN-Router bekommt man für 50-150 Euro, je nach Ausstattung und Hersteller. Eine WPA-fähige WLAN-Karte für 20-60 Euro. Der erwähnte Switch ist für weniger als 20 Euro erhältlich.

Geschwindigkeit

Im selben Zimmer, ca 2 Meter Abstand zwischen Rechner und Router:

Bei FTP-Übertragung von 330 Mbyte: 2,25MByte/s also 18MBit/s

In anderen Zimmer, dieselbe Datei wird nochmals übertragen.

1 Zwischenwand, ca. 12 Meter Abstand: 1,53 MByte/s, also 12 Mbit/s.