OpenSuse 10.2 auf  Gigabyte GA-G33-DS3R mit Core 2 Quad Core CPU Q6600

Hardware

Nach drei Jahren Leben mit einem laut rauschenden Prescott mit 3Ghz, der unter Last (als Komplett-PC) 220 Watt verbraucht hat, beschloss ich, im August 2007 die Hardware zu erneuern. Als CPU wählte ich den Einstiegs-Quad Core Q6600 mit 4×2,4 Ghz.

Core 2 Quad Q6600

Quad Core CPU von oben und von unten gesehen

 

Das Motherboard ist ein ziemlich neues Gigabyte GA-G33-DS3R, welches einen FSB von bis zu 1333Mhz unterstützt. Der G33 Express Chipset (Northbridge) ist in etwa ein P35 Chipset mit integrierter Graphik-Funktionalität die Intel GMA 3100 nennt. Der Chip ist Aero-fähig, für tolle 3D-Spiele aber nicht zu gebrauchen und soll 14 Watt verbrauchen. Da ich nicht spiele, für mich kein Problem. Ins Board passen bis zu 8GB, ich baue 2GB ein. Das Board besitzt eine ICH9R Southbridge, 8 RAID-fähige SATA2-Anschlüsse, 4 PCIe-Ports (davon einer 16x), 3 PCI-Ports. Audiochip ist ein Realtek ALC889A. LAN nutzt den Realtek RTL 8111B (Gigabit-fähig).

Dem Board fehlt ein serieller Anschluss (ein serieller Header ist vorhanden).

Das Gigabyte Motherboard. Links unten die Sata-Anschlüsse und der IDE-Anschluss.

Ich installiere zunächst RAM und CPU. Nach Installation des Motherboards im Gehäuse setze ich den Kühler auf die CPU. Wegen des hohen Einpressdrucks biegt sich das Board dabei ziemlich, ich hätte den Kühler entgegen der Anweisung des Handbuchs besser vor Einbau des Boards im Gehäuse aufgesetzt. Das Motherboard macht ansonsten einen guten und stabilen Eindruck. Ich installiere noch ein zugekauftes Slotblech für den seriellen Anschluss. Das mitgelieferte Slotblech zum Anschluss zweier externer SATA-Platten lasse ich erstmal weg.

Quad Core Kühler

Q6600 in Fassung
Der CPU-Kühler und die im Board eingesetzte CPU

Als Platten kommen zwei SATA-Platten (80 und 500GB) ins Gehäuse. Ein NEC DVD-Brenner kommt hinzu. Floppy-Laufwerk lasse ich erstmals ganz weg.

Installation

Ich entscheide mich aus einem Bauchgefühl heraus dazu, die 32Bit-Version von Linux zu installieren. Auf der Website wird allerdings die 64Bit-Version empfohlen. Schon am Anfang der Installation wird nach Laden des Kernels das DVD-Laufwerk nicht mehr gefunden. Der Rechner wechselt in den Textmodus, man befindet sich im Programm linuxrc. Suche im Internet zeigt, dass das Problem bei neueren Motherboards auftritt. Das DVD-Laufwerk ist via IDE angeschlossen. Die Southbridge ICH9R besitzt keinen eigenen IDE-Support mehr. Diese Funktion wird dann von einem weiteren Chip, bei mir der Jmicron 368(xxx), erledigt. Davon weiß der IDE-Treiber jedoch nichts, daher ist plötzlich das DVD-Laufwerk weg. Ich habe das Problem lösen können, indem ich in linuxrc den Bereich Module laden -> IDE selektiert habe. Dort habe ich das Modul pata_jmicron geladen, als extra Kernel-Parameter module=ide-generic angegeben und die Installation fortgesetzt. Die DVD wurde nun erkannt. Die im Gerät eingebaute Graphikkarte wird leider nicht in voller Schönheit erkannt. Linux wählt einen VESA-konformen Framebuffer für den X Server in der Auflösung von 1280×1024. VESA ist sehr langsam und bei meiner TFT-Auflösung von 1600×1200 auch hässlich. Suche im Internet zeigt, dass der neue G33-Chip erst nach Kernel 2.6.20 ordentlich oder überhaupt erkannt wird, OpenSuse 10.2 hat aber nur 2.6.18. Ich laufe nochmal zum Computerhändler und kaufe eine Nvidia 7300GT von MSI. Mit dieser Karte gibt es erwartungsgemäß keine Probleme, sie wird sauber erkannt und eingebunden.

NVidia FX7300GT von MSI
Die Grafikkarte nVidia FX7300GT von MSI, passiv gekühlt.

 

Leider wird auch der interne Soundchip nicht erkannt. Das Board ist vom Frühjahr 2007, also doch etwas zu neu für OpenSuse 10.2, das, wenn ich mich recht erinnere von Ende 2006 ist.

Auch ein vollständiger Online-Update bringt nichts. Ich habe von einem anderen Rechner noch meine Soundblaster Live! 24Bit übrig, die ich ins Gerät stecke, auch hier gibt es dann keine Probleme mehr. Allerdings müssen alle Nutzer in die Gruppe audio aufgenommen werden, sonst können sie auf die Geräte in /dev nicht zugreifen (sie gehören User root, Gruppe audio und Lese/Schreibrechte sind nur für die Gruppe, nicht für die Welt definiert). Bei xmms funktioniert der Lautstärkeregler nicht.

Soundblaster Live 24 Bit
Die Soundkarte Soundbaster Live! 24Bit

Nach der Installation fehlen die üblichen Programme, die ich nachinstalliere.
Dies sind:

  • xmms mit mpg123 und mpg321 Codecs
  • mplayer – Videoplayer und Encoder
  • avidemux2 – Videoschnittprogramm
  • inkscape – Vektorbasiertes Zeichenprogramm
  • mirror – Skripte fürs mirroring von Dateien
  • lame – mp3 Encoder
  • kompozer – Web Editor
  • timidity – Midi Sequenzer
  • audacity – Audioeditor
  • vmware Server – Virtualisierungslösung
  • googleearth
  • gtk-gnutella – Download Programm
  • Azureus
  • ffmpeg

Open Office und Gimp sind defaultmäßig schon installiert. Desweiteren entferne ich die üblichen Pakete, die ich nicht haben will, von der Maschine:

  • Mono und alles was davon anhängt
  • beagle und Konsorten
  • Zenworks

Bis auf gtk-gnutella, vmware und googleearth kann alles per Yast bequem installiert werden. gtk-gnutella muss von den Sourcen compiliert werden, hier kann man mittels make -j 4 schon mal sehen, wie die 4 Kerne in der CPU rennen. Meine vorhandene Version des VMWare Servers lief nicht mehr, ein Update auf die neueste Version brachte dann aber den Erfolg.

Kpowersave zeigt den momentanen Zustand der CPU (Frequenzen) an.


4 CPUs bei stromsparenden 1,6Ghz

Ein Performancetest mit Videoencoding zeigt, dass der Rechner locker 2,5mal schneller ist als mein alter Prescott. Mir fällt dabei aber trotzdem unangenehm auf,  dass das Encoding alle 5-8 Sekunden kurz stehen bleibt für 1-2 Sekunden. Ein Test mit hdparm /dev/hda und /dev/hdc bringt es an den Tag: Der DMA-Modus ist bei den Platten nicht eingeschaltet, es könnte also noch deutlich schneller gehen! Und der DMA-Modus lässt sich auch nicht einschalten, beim Versuch gibt es Fehlermeldungen:

socraggio:/home/dennis # hdparm -c1d1 /dev/hda /dev/hda: setting 32-bit IO_support flag to 1 setting using_dma to 1 (on) HDIO_SET_DMA failed: Operation not permitted IO_support   =  1 (32-bit) using_dma    =  0 (off)

Effekt ist, dass die Platten, die sonst über 50 MB/s bzw. über 80MB/s bringen, jetzt bei 0,5-8 MB/s herumdümpeln.

socraggio:/home/dennis # hdparm -tT /dev/hda
/dev/hda: 
Timing cached reads:   8234 MB in  2.00 seconds = 4121.45 MB/sec 
Timing buffered disk reads:    2 MB in  3.83 seconds = 535.35 kB/sec 

socraggio:/home/dennis # hdparm -tT /dev/hdc 
/dev/hdc:  
Timing cached reads:   7614 MB in  2.00 seconds = 3810.42 MB/sec  
Timing buffered disk reads:   24 MB in  3.20 seconds =   7.50 MB/sec

Da ist die CPU flotter mit dem Komprimieren als die Platten mit dem Wegschreiben, daher die Pausen während der Kompression. Herumgooglen bringt einiges zu Tage, aber nichts brauchbares. Tiefgehende Experimente mit IDE-Treibern etc. kann ich mir zeitmässig dann doch nicht leisten.
Da der Kernel ab 2.6.20 aber angeblich mit den neuen Chipsätzen von Intel umgehen kann und OpenSuse 10.3 mindestens einen 2.6.22-Kernel haben wird, werde ich mit den lahmen Platten bis zum Oktober leben, dann kommt OpenSuse 10.3 heraus.

Die Benutzer-Icons des KDM Logins sind weg und werden wie folgt wiederhergestellt:
Alle Nutzericons liegen im Nutzerverzeichnis unter dem Namen $HOME/.face.icon im PNG-Format mit den Abmessungen von ca. 62×62 Pixeln. In /opt/kde3/share/config/kdm/kdmrc muss die Zeile „FaceSource=“ angepasst werden wie folgt:
# „PreferUser“ – … and the other way round
# „UserOnly“ – from the user’s $HOME/.face[.icon]
# Default is AdminOnly
FaceSource=PreferUser

Danach kommen die Icons wieder. Siehe auch hier.

Ich habe auf derselben Hardware auf einer freien Partition auch OpenSuse 10.3 Beta und RC installiert. Dort trat dann das DMA-Problem nicht mehr auf, auch das Problem mit der DVD-Erkennung während der Installation ist in 10.3 gelöst.

Stromverbrauch

Beim Stromverbrauch hält sich der Quad Core angenehm zurück. Ich messe mit einem ganz einfachen Strommesser den Gesamtverbrauch des Rechners ohne Monitor. Im Leerlauf werden 83 Watt verbraucht, bei normalen Arbeiten 90..105 Watt und unter Volllast (Videokompression mit 4 Threads, bei dem alle vier Cores am Arbeiten sind 123 Watt.
Im Vergleich dazu: mein alter Prescott Pentium 4 3Ghz hat mit demselben Netzteil (welches einen hohen Wirkungsgrad besitzt) im Leerlauf 117 Watt und unter Volllast 180 Watt verbraucht. Mit einem billigen Standardnetzteil hatte der Prescott sogar 134 Watt im Leerlauf und 224 Watt unter Volllast gebraucht.

Linux zum Fernsehen und als Videorecorder

Linux zum Fernsehen und als Videorecorder

Es gibt mehrere Ansätze, um unter Linux Fernzusehen oder um Sendungen aufzuzeichnen. Ich habe mich mit den folgenden Ansätzen beschäftigt:

  • Zuerst mit MythTV (in der knoppmyth Distribution), das ich von 2006 bis 2009 verwendet habe
  • Dann VDR (Version 1.6 mit den Gen2VDR Distribution), das ich seit 2009 nutze
  • Dann ab 2013 VDR (Version 1.7 mit der easyVDR Distribution)

Um eine Basissoftware (MythTV, VDR, kodi) ranken sich diverse Tools, Dokus etc. Die kann man selbst auf z.B. einem OpenSuse installieren und alles zum Laufen bringen, oder man nimmt eine fertige Distribution, die speziell für MythTV oder VDR erstellt wurde und den Rechner mit wenig(er) Aufwand in ein Mediacenter verwandelt.

2006 war die Installation von MythTV auf der knoppmyth Distribution mit einer Kabeltunerkarte sehr komplex und ganz schlecht dokumentiert. Die Installation und Konfiguration war daher zeitaufwendig, frustrierend und zum Teil weiß ich gar nicht mehr, was ich alles getrickst habe, bis Fernsehempfang, EPG, ACPI Wakeup und damit vollautomatische Aufnahmen endlich liefen. Der ganze Vorgang war unwiederholbar ;-( Ich habe das weiter unten ausführlich beschrieben.

Als ich 2009 umzog und dort kein Kabelempfang, sondern Satellitenempfang vorhanden war, konnte ich mein völlig unverändertes MythTV von 2006 nicht mehr nehmen. Optimistisch habe zuerst ich die aktuellste Version von knoppmyth heruntergeladen, eine Sat-Karte statt der Kabeltuner-Karte in den Rechner gesteckt und die Installation gestartet. Die erste Karte (Technisat Skystar II Revision 2.8) wurde vom knoppmyth Kernel nicht unterstützt, es mag da Patches etc. geben aber dann gerät man in eine üble Update-Orgie und eventuell in eine Sackgasse. Also habe ich die Karte ersetzt durch eine garantiert unterstützte (Hauppauge WinTV Nova-SE2). Die wird vom knoppmyth-Kernel sauber erkannt und eingebunden. Dann der Schock: Die Kanalerkennung bei knoppmyth ist noch genauso schrottig wir vor 3 Jahren ich müsste alles per Hand machen und das ohne vernünftige Doku.
Ich gebe daher dem Konkurrenzprogramm VDR eine Chance. Und siehe da, die Karte wird erkannt und alle Sat-Sender (über 3000 🙂 sind sofort auswählbar. Daher beschließe ich, mit VDR weiterzumachen. Dies habe ich im folgenden beschrieben.

2013 installiere ich die alte VDR 1.6er Gen2VDR Distribution auf einer neuen Hardware. Danach ist leider kein Satellitenempfang möglich. Auch nach Update der channels.conf tut sich nichts. Ich prüfe, welche Distributionen aktuell „in“ und gepflegt werden, und entscheide mich für „easyVDR“.

2015: VDR mit easyVDR 2.0 und DVB-T : Ein Wohnungswechsel steht an, und dort gibt es kein DVB-S (Satellit). Ein Kabelanschluss ist vorhanden, da ich aber ohnehin nur öffentliche Sender sehe, wechsle ich zu DVB-T. Ein Installationsversuch mit easyVDR 2.5 geht schief, die DVB-T Karte wird nicht richtig eingebunden. Die Installation mit dem etwas älteren easyVDR 2.0 klappt dann aber.
Als Tuner-Karte kommt die DVB-T Dual Tuner Karte Hauppauge WINTV Nova-T 500 zum Einsatz.

2017 VDR mit easyVDR 3.0 und DVB-C (incl. HD Programme): Anlässlich der hirnrissigen politischen Entscheidung, DVB-T abzuschalten und durch ein ganz anderes Verfahren DVB-T2 zu ersetzen, dass die alte Hardware in Deutschland kurzerhand zu Elektronik-Schrott werden lässt, wechsle ich nicht zu DVB-T2, sondern beschließe, auf das bei mir ebenfalls vorhandene, aber bisher ungenutzte Kabelfernsehen zu gehen.

Die bis hier kurz erwähnten Konstellationen sind weiter unten ausführlicher beschrieben. Die zeitliche Reihenfolge ist umgekehrt, also die neueste Konstellation zuerst.

VDR mit easyVDR 3.0 (2017)

Umstellung auf DVB-C (Kabelempfang). Da ich auch erstmals HD-Programme sehen und aufnehmen will, gibt es diverse Hardware Änderungen:
Ersatz der DVB-T Dual Tuner Karte durch eine DVB-C Dual Tuner Karte DVBSky T892. (Die Karte hat neben den beiden DVB-C Tunern auch 2 DVB-T2 Tuner, die aber für das in Deutschland kommende H.265 nicht  geeignet sind). Preis 95 Euro.

Grafikkarte Gigabyte GV-N730D5 mit NVidia GeForce GT 730 Chip. Dieser Chip besitzt Hardware, um MPEG dekodieren zu können, was die CPU entlastet. Preis 80 Euro.

Ersatz des Mainboards, das leider zu wenige PCIe Anschlüsse besitzt durch ein Asus P8H61-M LE. Das Board hat eine CPU Intel i3-2100 mit 3,1 Ghz und 4GB RAM. Gebraucht gekauft für 65 Euro. Die i3-2100 hat einen Average CPU Mark von 3647 im Vergleich zum Athlon X2 270 mit 1989.
Da dieses Board keinen IDE-Connector mehr hat, muss auch die Harddisk gegen ein eSATA-Modell getauscht werden.
Das neue Board wurde so ausgesucht, dass es an einen Beamer mittels HDMI angeschlossen werden kann.

Damit kann die Installation starten. Mit einigen glücklichen Entscheidungen während der Installation bekomme ich sofort ein laufendes System. Als Ausgabemedien habe ich einen kleinen Bildschirm 1024×768 für Timerprogrammierung etc. ohne den Beamer einschalten zu müssen und den Beamer selbst, der leider auch nur 1024×768 schafft. Die Anschaffung eines HD-Beamers mit 1920×1080 ist geplant.

Die neue Oberfläche von VDR ist deutlich schicker und bietet mehr Informationen auf dem OSD-Display.

Der genutzte Kabelanschluss ist von Unitymedia. Eine korrekte Senderliste kann man sich mittels des Tools w_scan selbst erstellen. Dieses Tool bietet schöne Optionen, um z.B. in der Ergebnisliste nur TV-Programme (also ohne Radioprogramme) und nur unverschlüsselte Sendungen (also die öffentlich-rechtlichen Programme und ein paar andere) aufzunehmen. Die Kommandozeile dazu lautete:

w_scan -f c -R 0 -E 0 >mychannels.conf

Ich finde es super, dass mit der -E Option des Tools der komplette Privatsendermüll, deren Inhalte ich ohnehin nicht ertragen könnte ganz simpel herausgefiltert werden kann 🙂

Ergebnis sind so rund 125 empfangbare Sender. Aus denen lösche ich noch per Hand Dauerwerbe- und weitere Hirntot-Sender heraus. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Ich lerne nun nebenbei dass die öffentlich-rechtlichen Programme nur in 720p (also 1280×720 Pixeln) gesendet werden (stichprobenhaft geprüft), dachte eigentlich dass 1080p oder 1080i (also 1920×1080 Pixel) kommen. Aber sei’s drum, dass Bild ist allemal ganz erheblich besser als das DVB-T Bild (mit 576 Y-Pixeln).

Nebenbei bemerkt: Ein ganz kurzer Test von OpenElec ist übrigens nicht erfolgreich, weil das System-Wakeup für Timer-Aufnahmen nicht funktioniert.

VDR mit easyVDR Distribution (2013)

Diese Distribution wird auf einer neuen Hardware installiert: Asrock N68-VS3 UCC, mit einer AMD Athlon X2 270 mit 3,4GHz Dual Core CPU und 4G RAM ausgerüstet. Onboard ist ein NVidia Grafik-Chip verbaut.

easyVDR 1.0 wird von DVD installiert, aber danach habe ich zunächst keinen Empfang. Nach einigen Basteln stelle ich fest, dass meine DVB-S-Karte sehr wohl Sender bekommt, und ich kann auch aufnehmen und das EPG hat sinnvolle Inhalte. Diese einfach Prüfung kann mit dem Tool „w_scan“ erfolgen.

Nur Anzeigen tut mein Gerät erstmal nichts. Aber auch das kann ich mit Änderungen von Einstellungen der easyVDR Oberfläche in Ordnung bringen. Das Wakeup mittels ACPI funktioniert erfreulicherweise auf Anhieb. Bei easyVDR lassen sich VDR-Plugins ganz simpel nachinstallieren und so kann ich auch ohne Aufwand XBMC nutzen, eine tolle grafische Oberfläche zur Darstellung von Medieninhalten.

VDR mit Gen2VDR Distribution (2009)

Nach der Probeinstallation bin ich platt von der Funktionalität von VDR, das aus dem Rechner tatsächlich einen Fernseher und einen VDR macht. Ich installiere daher nochmal, aber nicht auf dem alten, leistungsschwachen Pentium III-Rechner, auf dem bisher MythTV lief, sondern auf einem leistungsstärkeren Rechner (AMD Athlon64 3400+ mit 2,4Ghz und 3GB RAM auf Motherboard GA-K8VM800M). Ich werde den neuen Rechner nicht mehr nur als VCR, sondern eben auch zum Fernsehen nehmen, da wäre der Pentium III zu langsam. Das Motherboard ist in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse eingebaut. Es lässt sich über ACPI aus dem Ruhezustand aufwecken, ein wichtiger Punkt für die VDR-Funktion.


PC-Gehäuse fürs Wohnzimmer



Hauppauge Karte WinTV Nova-SE2 mit Conexant CX23883. Die Karte kann über den Anschluss rechts um einen CI-Slot erweitert werden. Die Karten haben unterschiedliche Ausstattung, ich habe einen Composite-Video sowie einen S-Video-Eingang und eine Anschlussmöglichkeit für einen Hauppauge IR-Sensor für Fernbedienungen (Der Sensor liegt nicht bei, ich habe aber einen passenden von der alten Karte).

In den Rechner kommt die Sat-Karte, dann wird die Installation von DVD gestartet. Das DVD-ISO-Image erzeugt man sich bei der Gen2VDR-Distribution vorher selbst, vieles wird dabei von Grund auf neucompiliert. Man muss aber nichts tun, alles läuft automatisch ab. Die Installation selbst läuft ohne besondere Vorkommnisse ab, ohne das ich etwas dazu tue funktioniert nach der Installation das ACPI-Wakeup sofort und auch die Sat-Sender werden alle sauber gefunden. Das EPG versorgt sich vom Satelliten und nicht wie bei MythTV aus dem Internet, das oft Stunden dauerte. Auch eine Fernbedienung funktioniert sofort.

Alle folgenden  Bilder wurden mit einer Digitalkamera vom Bildschirm gemacht, da ich kein Screen-Capturing-Programm für Gen2VDR zur Verfügung hatte.


Bild: VDR Hauptmenü

 


Bild: EPG (Electronic Programm Guide) Ansicht. Das EPG wird via Satellit bezogen. Mittels „Suche“ kann im EPG u.a. nach Suchpattern gesucht werden.

 


Bild: Aufnahmetimer Ansicht. Hier ist einer für den Film „Das Auge“ gesetzt. Die Aufnahme kann u.a. VPS-gesteuert erfolgen.

 


Bild: Ansicht des Menües „Aufzeichnungen“. Alle bisher aufgenommenen Sendungen werden dargestellt.

 


Bild: Detailinfo zu einer Aufzeichnung

 


Bild: Dialog zum Abspielen vorhandener Videos; Abspielen von DVD und CD ist ebenfalls möglich

 


Bild: Menü „Befehle“

 


Bild: Menü „Einstellungen“

Leider fehlt mir bisher das tolle tvwish,-Skript, das bei MythTV die eventuell interessanten Filme aus dem EPG für mich herausfischte, aber vielleicht finde ich da noch einen Ersatz… Es soll für VDR zahllose Plugins geben, die sich in die Menüstruktur integrieren lassen, und die viele nützliche Funktionen bieten.

MythTV (2006-2009, meine alte Installation)

MythTV Übersichtsdialog
MythTV Startseite

Hinweis 2009: Die beschriebene Installation wurde 2006 durchgeführt, 2009 habe ich mich nochmal mit MythTV beschäftigt. Es ist von der Installation her komplex und ich würde heute eher zur Nutzung von VDR raten, siehe weiter oben!

MythTV ist eine Media Center-Programm unter Linux. Auf einem extra dafür gekauften Siemens Scovery XS – Mini-PC, der mit 48 Watt im Betrieb sehr stromsparend und außerdem sehr leise ist(in 2m Abstand nicht mehr zu hören), beginne ich mit der Installation. Als Platte baue ich eine 320GB Platte ein, so dass man einiges aufnehmen kann, ohne Platzprobleme zu bekommen. Im Scovery ist wegen der geringen Größe des Geräts nicht viel Platz, man kann nur zwei PCI-Karten einbauen und eine zweite Platte wird ohne Entfernung von Floppy und CDROM (die bei mir ohnehin nicht vorhanden sind) nicht in das Gerät passen.

Fujitsu Siemems Scovery XS

Der Scovery XS

Es gibt eine spezialisierte Linux-Installation namens Knoppmyth, die ein Knoppix Linux und ein darauf installiertes MythTV enthält, so dass man mit der Installation nicht bei Null anfangen muss. Allerdings ist trotzdem vieles an Anpassungsarbeiten erforderlich. Ich brauche für die wichtigeren Sachen gut 2 Wochen bis alles wichtigere funktioniert. Für leistungsschwächere Geräte wie den Siemens Scovery (der nur 866 Mhz und einen Pentium 3 hat) muss man eine TV-Karte nehmen, die in Hardware die Videokompression vornehmen kann. Mit meiner Hauppauge WinTV PVR 150 kann ich PAL-Vollbild (768×576) in hoher Qualität als MPEG-2 digitalisieren. Die Kompression (im Sinne Kleinheit der Resultatdatei) von MPEG-2 ist allerdings nicht so großartig, für eine Stunde Film kommen etwa 2 GByte heraus, so dass ein längerer Film inklusive Werbung schon mal auf 6-8 GByte kommt.

Scovery, Blick auf CPU und Steckkarten

Scovery, Blick auf CPU (mit großem Kühlkörper, passiv gekühlt!) und Steckkarten für TV Tuner und eine zusätzliche Gigabit-Netzwerkkarte. In den Scovery kann man nur zwei PCI-Steckkarten einbauen.

Ich konvertiere daher die interessanteren Filme zum Aufheben nach XVID. Beim Konvertieren kann man auch überflüssige schwarze Streifen oben und unten wegschneiden (mittels mencoder aus dem mplayer-Paket, Infos hier). Dann kommt man auf etwa 1 GByte pro Stunde bei sehr guter Film- und Tonqualität (2000 KBit/s für Bild und 192KBit/s für Ton). Mittels avidemux2 kann dabei noch Überflüssiges (am Anfang, am Ende, Werbung) aus dem Film herausgeschnitten werden. Zur Digitalisierung von Video habe ich hier einiges geschrieben.

MythTV bietet sehr viel Funktionalität, z.B. ein EPG (Electronic Program Guide), mit dem man komfortabel Sendungen zum Aufnehmen selektieren kann und sehr sehr viel mehr Funktionen. Außerdem kann man auch Live fernsehen, es ist also nicht nur ein Rekorder.

MythTV Aufnahmeplan

Auswahl aufzunehmender Sendungen mit der Programmübersicht. Es ist auch eine alphabetische Auswahl oder eine Suche nach Stichworten und weiteres möglich.

MythTV Liste aufzunehmender Sendungen

Liste aufzunehmender Sendungen nach Auswahl.Die lila gefärbte Sendung wird gerade aufgenommen, die grün gefärbten werden noch aufgenommen und die weiß gefärbten werden nicht aufgenommen (weil vom Nutzer manuell aus der Auswahl entfernt)

MythTV Mediothek Übersicht

Mediathek-Dialog. Man kann erstellte Aufnahmen ansehen, aber auch sonstwie abgelegte Videos und Musik oder Bilder ansehen. MythTV bietet volle Media Center Funktionalität, ich nutze es nur für Fernsehaufnahme und Wiedergabe.

tvwish habe ich ebenfalls mitinstalliert. tvwish erlaubt die Definition von Suchbegriffen („Suggestions“) für Filmtitel, Schauspielernamen etc., nach denen es das vorhandene Programmmaterial (welches MythTV sich aus dem Internet beschafft) durchsucht. Wird eine Übereinstimmung gefunden, wird die Sendung als zum Aufnehmen vorgeschlagen oder direkt aufgenommen. Desweiteren macht tvwish Vorschläge, die auf bisher gemachten Aufnahmen beruhen. Eine tolle Sache. Man kann sich eine Liste aller interessanten Filme machen („goodmovies.txt“), die dann automatisch aufgenommen werden. Irgendwann kommt ja jeder Film mal im Fernsehen!

Ein wichtiger Punkt für die Automation des Aufnehmens ist, dass man den Rechner so konfiguriert, dass er sich zu bestimmten Uhrzeiten einschaltet und mit der Aufnahme selbstständig beginnt. Ich habe für meinen Rechner den Weg über den Standard ACPI (ACPI und mythtv hier) gewählt, das war aus meiner Sicht das einfachste. Es geht aber auch anders, z.B. mittels NVRAM (erfordert Frickelei).

Wenn der PC schon das Fernsehgerät ersetzt, dann braucht man auch eine ordentliche Fernbedienung. Mittels LIRC lässt sich das leicht lösen.