OpenSuse 10.2 auf  Gigabyte GA-G33-DS3R mit Core 2 Quad Core CPU Q6600

Hardware

Nach drei Jahren Leben mit einem laut rauschenden Prescott mit 3Ghz, der unter Last (als Komplett-PC) 220 Watt verbraucht hat, beschloss ich, im August 2007 die Hardware zu erneuern. Als CPU wählte ich den Einstiegs-Quad Core Q6600 mit 4×2,4 Ghz.

Core 2 Quad Q6600

Quad Core CPU von oben und von unten gesehen

 

Das Motherboard ist ein ziemlich neues Gigabyte GA-G33-DS3R, welches einen FSB von bis zu 1333Mhz unterstützt. Der G33 Express Chipset (Northbridge) ist in etwa ein P35 Chipset mit integrierter Graphik-Funktionalität die Intel GMA 3100 nennt. Der Chip ist Aero-fähig, für tolle 3D-Spiele aber nicht zu gebrauchen und soll 14 Watt verbrauchen. Da ich nicht spiele, für mich kein Problem. Ins Board passen bis zu 8GB, ich baue 2GB ein. Das Board besitzt eine ICH9R Southbridge, 8 RAID-fähige SATA2-Anschlüsse, 4 PCIe-Ports (davon einer 16x), 3 PCI-Ports. Audiochip ist ein Realtek ALC889A. LAN nutzt den Realtek RTL 8111B (Gigabit-fähig).

Dem Board fehlt ein serieller Anschluss (ein serieller Header ist vorhanden).

Das Gigabyte Motherboard. Links unten die Sata-Anschlüsse und der IDE-Anschluss.

Ich installiere zunächst RAM und CPU. Nach Installation des Motherboards im Gehäuse setze ich den Kühler auf die CPU. Wegen des hohen Einpressdrucks biegt sich das Board dabei ziemlich, ich hätte den Kühler entgegen der Anweisung des Handbuchs besser vor Einbau des Boards im Gehäuse aufgesetzt. Das Motherboard macht ansonsten einen guten und stabilen Eindruck. Ich installiere noch ein zugekauftes Slotblech für den seriellen Anschluss. Das mitgelieferte Slotblech zum Anschluss zweier externer SATA-Platten lasse ich erstmal weg.

Quad Core Kühler

Q6600 in Fassung
Der CPU-Kühler und die im Board eingesetzte CPU

Als Platten kommen zwei SATA-Platten (80 und 500GB) ins Gehäuse. Ein NEC DVD-Brenner kommt hinzu. Floppy-Laufwerk lasse ich erstmals ganz weg.

Installation

Ich entscheide mich aus einem Bauchgefühl heraus dazu, die 32Bit-Version von Linux zu installieren. Auf der Website wird allerdings die 64Bit-Version empfohlen. Schon am Anfang der Installation wird nach Laden des Kernels das DVD-Laufwerk nicht mehr gefunden. Der Rechner wechselt in den Textmodus, man befindet sich im Programm linuxrc. Suche im Internet zeigt, dass das Problem bei neueren Motherboards auftritt. Das DVD-Laufwerk ist via IDE angeschlossen. Die Southbridge ICH9R besitzt keinen eigenen IDE-Support mehr. Diese Funktion wird dann von einem weiteren Chip, bei mir der Jmicron 368(xxx), erledigt. Davon weiß der IDE-Treiber jedoch nichts, daher ist plötzlich das DVD-Laufwerk weg. Ich habe das Problem lösen können, indem ich in linuxrc den Bereich Module laden -> IDE selektiert habe. Dort habe ich das Modul pata_jmicron geladen, als extra Kernel-Parameter module=ide-generic angegeben und die Installation fortgesetzt. Die DVD wurde nun erkannt. Die im Gerät eingebaute Graphikkarte wird leider nicht in voller Schönheit erkannt. Linux wählt einen VESA-konformen Framebuffer für den X Server in der Auflösung von 1280×1024. VESA ist sehr langsam und bei meiner TFT-Auflösung von 1600×1200 auch hässlich. Suche im Internet zeigt, dass der neue G33-Chip erst nach Kernel 2.6.20 ordentlich oder überhaupt erkannt wird, OpenSuse 10.2 hat aber nur 2.6.18. Ich laufe nochmal zum Computerhändler und kaufe eine Nvidia 7300GT von MSI. Mit dieser Karte gibt es erwartungsgemäß keine Probleme, sie wird sauber erkannt und eingebunden.

NVidia FX7300GT von MSI
Die Grafikkarte nVidia FX7300GT von MSI, passiv gekühlt.

 

Leider wird auch der interne Soundchip nicht erkannt. Das Board ist vom Frühjahr 2007, also doch etwas zu neu für OpenSuse 10.2, das, wenn ich mich recht erinnere von Ende 2006 ist.

Auch ein vollständiger Online-Update bringt nichts. Ich habe von einem anderen Rechner noch meine Soundblaster Live! 24Bit übrig, die ich ins Gerät stecke, auch hier gibt es dann keine Probleme mehr. Allerdings müssen alle Nutzer in die Gruppe audio aufgenommen werden, sonst können sie auf die Geräte in /dev nicht zugreifen (sie gehören User root, Gruppe audio und Lese/Schreibrechte sind nur für die Gruppe, nicht für die Welt definiert). Bei xmms funktioniert der Lautstärkeregler nicht.

Soundblaster Live 24 Bit
Die Soundkarte Soundbaster Live! 24Bit

Nach der Installation fehlen die üblichen Programme, die ich nachinstalliere.
Dies sind:

  • xmms mit mpg123 und mpg321 Codecs
  • mplayer – Videoplayer und Encoder
  • avidemux2 – Videoschnittprogramm
  • inkscape – Vektorbasiertes Zeichenprogramm
  • mirror – Skripte fürs mirroring von Dateien
  • lame – mp3 Encoder
  • kompozer – Web Editor
  • timidity – Midi Sequenzer
  • audacity – Audioeditor
  • vmware Server – Virtualisierungslösung
  • googleearth
  • gtk-gnutella – Download Programm
  • Azureus
  • ffmpeg

Open Office und Gimp sind defaultmäßig schon installiert. Desweiteren entferne ich die üblichen Pakete, die ich nicht haben will, von der Maschine:

  • Mono und alles was davon anhängt
  • beagle und Konsorten
  • Zenworks

Bis auf gtk-gnutella, vmware und googleearth kann alles per Yast bequem installiert werden. gtk-gnutella muss von den Sourcen compiliert werden, hier kann man mittels make -j 4 schon mal sehen, wie die 4 Kerne in der CPU rennen. Meine vorhandene Version des VMWare Servers lief nicht mehr, ein Update auf die neueste Version brachte dann aber den Erfolg.

Kpowersave zeigt den momentanen Zustand der CPU (Frequenzen) an.


4 CPUs bei stromsparenden 1,6Ghz

Ein Performancetest mit Videoencoding zeigt, dass der Rechner locker 2,5mal schneller ist als mein alter Prescott. Mir fällt dabei aber trotzdem unangenehm auf,  dass das Encoding alle 5-8 Sekunden kurz stehen bleibt für 1-2 Sekunden. Ein Test mit hdparm /dev/hda und /dev/hdc bringt es an den Tag: Der DMA-Modus ist bei den Platten nicht eingeschaltet, es könnte also noch deutlich schneller gehen! Und der DMA-Modus lässt sich auch nicht einschalten, beim Versuch gibt es Fehlermeldungen:

socraggio:/home/dennis # hdparm -c1d1 /dev/hda /dev/hda: setting 32-bit IO_support flag to 1 setting using_dma to 1 (on) HDIO_SET_DMA failed: Operation not permitted IO_support   =  1 (32-bit) using_dma    =  0 (off)

Effekt ist, dass die Platten, die sonst über 50 MB/s bzw. über 80MB/s bringen, jetzt bei 0,5-8 MB/s herumdümpeln.

socraggio:/home/dennis # hdparm -tT /dev/hda
/dev/hda: 
Timing cached reads:   8234 MB in  2.00 seconds = 4121.45 MB/sec 
Timing buffered disk reads:    2 MB in  3.83 seconds = 535.35 kB/sec 

socraggio:/home/dennis # hdparm -tT /dev/hdc 
/dev/hdc:  
Timing cached reads:   7614 MB in  2.00 seconds = 3810.42 MB/sec  
Timing buffered disk reads:   24 MB in  3.20 seconds =   7.50 MB/sec

Da ist die CPU flotter mit dem Komprimieren als die Platten mit dem Wegschreiben, daher die Pausen während der Kompression. Herumgooglen bringt einiges zu Tage, aber nichts brauchbares. Tiefgehende Experimente mit IDE-Treibern etc. kann ich mir zeitmässig dann doch nicht leisten.
Da der Kernel ab 2.6.20 aber angeblich mit den neuen Chipsätzen von Intel umgehen kann und OpenSuse 10.3 mindestens einen 2.6.22-Kernel haben wird, werde ich mit den lahmen Platten bis zum Oktober leben, dann kommt OpenSuse 10.3 heraus.

Die Benutzer-Icons des KDM Logins sind weg und werden wie folgt wiederhergestellt:
Alle Nutzericons liegen im Nutzerverzeichnis unter dem Namen $HOME/.face.icon im PNG-Format mit den Abmessungen von ca. 62×62 Pixeln. In /opt/kde3/share/config/kdm/kdmrc muss die Zeile „FaceSource=“ angepasst werden wie folgt:
# „PreferUser“ – … and the other way round
# „UserOnly“ – from the user’s $HOME/.face[.icon]
# Default is AdminOnly
FaceSource=PreferUser

Danach kommen die Icons wieder. Siehe auch hier.

Ich habe auf derselben Hardware auf einer freien Partition auch OpenSuse 10.3 Beta und RC installiert. Dort trat dann das DMA-Problem nicht mehr auf, auch das Problem mit der DVD-Erkennung während der Installation ist in 10.3 gelöst.

Stromverbrauch

Beim Stromverbrauch hält sich der Quad Core angenehm zurück. Ich messe mit einem ganz einfachen Strommesser den Gesamtverbrauch des Rechners ohne Monitor. Im Leerlauf werden 83 Watt verbraucht, bei normalen Arbeiten 90..105 Watt und unter Volllast (Videokompression mit 4 Threads, bei dem alle vier Cores am Arbeiten sind 123 Watt.
Im Vergleich dazu: mein alter Prescott Pentium 4 3Ghz hat mit demselben Netzteil (welches einen hohen Wirkungsgrad besitzt) im Leerlauf 117 Watt und unter Volllast 180 Watt verbraucht. Mit einem billigen Standardnetzteil hatte der Prescott sogar 134 Watt im Leerlauf und 224 Watt unter Volllast gebraucht.

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