Autofs einrichten (OpenSuse Leap)

Dieser Artikel beschreibt die Konfiguration von Autofs in OpenSuse Leap für einen kleinen NAS-Storage von Synology.

Seit kurzem bin ich Besitzer einer Synology DS216j Diskstation. Diese erlaubt bis zu zwei Harddisks mit insgesamt 16TB in einem kleinen Gehäuse. Das Betriebssystem der Diskstation ist eine Linuxvariante und wurde von Synology
sehr schön auf den Anwendungsfall NAS spezialisiert.

Die Diskstation kann die Dateisysteme auch per NFS exportieren, das war für mich kaufentscheidend. (Für Windows und Macs sind auch passende Protokolle verfügbar, habe ich aber beides nicht im Einsatz).

Die zu exportierenden Verzeichnisse werden mit dem Synology Control Panel exportiert (Punkt NFS Permissions). Dieses Thema ist in den Synology Foren gut beschrieben.

Ob das Exportieren funktioniert hat, kann man mittels „showmount“ prüfen:

showmount --exports diskstation

gibt bei mir:

Export list for diskstation:
/volume1/misc *
/volume1/video *
/volume1/photo *
/volume1/music *
/volume2/misc2 *

Man könnte nun händisch mounten (mount diskstation:/volume1/misc /mnt) oder per /etc/fstab fest eintragen.
Ersteres nervt auf Dauer. Zweiteres kann Probleme machen, wenn die Diskstation nicht eingeschaltet ist aber beim Booten des PCs gebraucht wird.

Am allerschönsten ist die Verwendung von autofs. Dazu geht man wie folgt vor (OpenSuse Leap vorausgesetzt).

Autofs ist defaultmäßig schon vorhanden, es ist nichts zu installieren. Daher sind nur die Konfigurationsdateien anzupassen.

Autofs erlaubt es beliebige Netzwerk (NFS-) Ressourcen dynamisch bei Bedarf einzubinden. Wenn die Verbindung einige Zeit nicht benutzt wird, wird diese dynamisch auch wieder gelöst. Die Ressource muss auch erst dann zur Verfügung stehen, wenn sie eingebunden wird (und nicht z.B. beim Booten). Wenn man „viele“ Ressourcen im LAN hat, die nicht immer eingeschaltet sind ist autofs daher ideal.

Die Diskstation hat den DNS-Namen diskstation. Exportiert werden von ihr folgende Verzeichnisse:

/volume1    
    /music    
    /video
    /photo
    /misc 
/volume2
     /misc2

Die nutzende Client-Maschine wird dann beispielhaft wie folgt konfiguriert.

Die Datei /etc/auto.master verweist auf Dateien, welche die Informationen zu den beiden Volumens enthalten. In auto.master steht nur:

/net/volume1 /etc/auto.diskstation.volume1
/net/volume2 /etc/auto.diskstation.volume2

Obiges bedeutet, das wenn man einen Pfad eingibt der Art „/net/volume1/blabla/“ autofs die Datei auto.diskstation.volume1 konsultiert. Diese Datei sieht bei mir so aus:

music      -rw          diskstation:/volume1/music
video      -rw          diskstation:/volume1/video
photo      -rw          diskstation:/volume1/photo
misc       -rw          diskstation:/volume1/misc

auto.diskstation.volume2 sieht so aus:

misc       -rw          diskstation:/volume2/misc2

Damit weiss autofs, was es tun soll. Wenn man z.B. eingibt „cd /volume1/music“ wird der Export /volume1/music der Diskstation automatisch gemounted und ist verfügbar.

Im lokalen Dateisystem habe ich manuell folgende Verzeichnisse angelegt:

/net
     /volume1
                 /music
                 /video
                 /photo
                 /misc
     /volume2
                 /misc

autofs muß nun noch als Dienst gestartet werden. Er läuft standardmässig nicht.  Yast -> System -> Dienste-Verwaltung. Hier auf „Aktiviert/Aktiv“ schalten. Restarten von autofs:    service autofs restart .

Damit ist alles vorbereitet.

Werden die Mounts eine Zeitlang nicht genutzt, werden die Mounts automatisch rückgängig gemacht.

Fazit: mittels autofs können gerade NAS-Speicher, die nicht immer eingeschaltet sind, flexibel eingebunden werden.

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