Wie sieht ein Voltmeter HP3478A von innen aus?

Das HP3478A war als größerer Bruder des 3468 in den 80iger Jahren im Programm von Hewlett Packard (heute heisst die Messgerätesparte von HP „Agilent Technologies“).

Das 3478A bietet 5 1/2 Stellen (einstellbar 3 1/2 – 4 1/2 – 5 1/2 Stellen), True RMS bis 300Khz und 2/4-Wire Ohm Messung. DC V ab 100nV, AC V 1uV, Ohm ab 100 Mikroohm bis 30 Megaohm, DC A/AC A 1uA bis 3 Ampere. Je nach Einstellung zwischen ~2 und 71 Messungen pro Sekunde. Autorange und Autozero sowie HPIB (aka GPIB) Anschluß. Es ist ein ziemlich leistungsfähiges und auch genaues Messgerät, auch ~20 Jahre nach Herstellung.

Mein bei ebay erstandenes Gerät war in einem ordentlichen Zustand, allerdings schmutzig und mit den Resten von Kalibrieraufklebern verunziert. Das Gerät kann aber leicht gereinigt werden, die vier Seitenteile gehen leicht ab.

Operators und Service Manual findet man im Internet, das Operators Manual sogar noch direkt bei Agilent.

Im folgenden einige Bilder vom Gerät und dessen Innenleben.


Das Gerät frisch ausgepackt, noch ungereinigt…

 

 


Geräterückseite, noch mit Aufkleberresten. Die 4 Anschlüße der Vorderseite sind auch an die Rückseite geführt. Der HPIB-Anschluss ist zu sehen, ein Eingang für externe Triggerung und ein Ausgang („Messung fertig“) sowie ein DIP-Switch (u.a. für HPIB-Bus-Adresse) sind zu sehen.

 

 


Aufsicht ohne Gehäusedeckel

Im folgenden vier Ansichten der Hauptplatine im Detail:


Der größere Baustein rechts ist ein GPIB Talker/Listener P8291A.
Der größere ganz links vermutlich ein Microcontroller von National Semiconductor (Chip-Aufdruck 1820-2718; NS hat z.B. unter der Bezeichnung 1820-2737 den 8048 von Intel lizensiert nachgebaut, was sich hinter dem 1820-2718 verbirgt habe ich auf die Schnelle nicht herausfinden können). Vermutlich steuert dieser Controller das LCD-Display an.

 


Netztransformator, Netzteil

 

 


Messschaltung mit Relais für Bereichswahl

 


Sicht nach hinten

 


Sicht nach vorn

 


… Revision C …

 


Dieser Teil der Hauptplatine nochmal in Nahaufnahme.
das graue IC ist vermutlich ein EPROM, der größere Baustein
ein 8 Bit Single Chip Mikroprozessor INS8049.

 


Herstellungsmonat und Jahr: Januar 1986

 


Die Lithiumzelle, die dafür sorgt, dass die Kalibrierwerte in einem RAM-Baustein gehalten werden können. Nachmessen ergaben 3,019V Spannung an der Zelle. Wenn sie original ist, ist diese Zelle 25 Jahre alt und funktioniert immer noch.

 


Testmessung: 2 Volt

 

Austausch der Lithium Ionen Batterie

Nach Konsultation verschiedener Foren wurde mir klar, dass 3,019V ein niedriger Wert für die nominal 3V habende Zelle ist. Ich habe daher eine vergleichbare Batterie gekauft (Varta 6127 CR1/2AA, 3,0V, 10 Jahre Lebensdauer), diese Batterie besitzt Lötdrähte. Diese Batterie hat im Leerlauf gemessene 3,220V.
Nach Auslöten der alten Batterie konnte ich an dieser im Leerlauf 3,1V messen, allerdings gelang es mir nicht einmal mehr eine LED damit zum Leuchten zu bringen, Die Batterie war also am Ende.

Um den Stromkreis nicht zu unterbrechen, habe ich die neue Batterie an die Drähte der alten Batterie angelötet und danach die alte Batterie abgeknipst. In Foren gibt es die Empfehlung, die Stromversorgung während des Wechsels durch eine zweite Batterie sicherzustellen.


Im Bild die eingelötete neue Batterie. Auf der Batterie wurde das Kaufdatum notiert.

Weiterführende Infos

  • HP3478A Seite bei Agilent (unklar wie stabil dieser Link ist) mit Verweisen auf Service Manual und Operators Manual
  • Agilent Homepage, dort bei „Suche“ HP3478A eingeben und „Meßtechnik“ auswählen (falls obiger Link nicht mehr funktioniert)

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